Internet10.net

Habt ihr auch die Nase voll, von diesen hippen Web2.0 soziale Media Beratern, die euch das Internet erklären wollen? Dieser Generation Twitter, die einem den Sinn des Lebens in 140 Zeichen erklären kann? Dann seid ihr hier richtig. Hier hat das Internet keine runden Ecke und die Webseite ist handgecoded - gemacht von und für Leute, die wirklich mit dem Internet groß geworden sind. Hier geht es um das Internet - so, wie es sein sollte und leider nicht immer ist. Hier ist Platz für Ideen, die nicht in 140 Zeichen passen.

Ende der Aufklärung

Die Aufklärung war die Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit des Menschen. Man befreite sich vom fanatischen Glauben und von Vorurteilen. Man versuchte mit universeller Vernunft und den Methoden der Naturwissenschaften den Mysterien der Welt zu begegnen.

Die Aufklärung bedeutete das Ende für die Glaubenskriege vergangener Zeiten und somit eine Abkehr vom Fanatismus. Man sollte annehmen, dass heute, wo das Internet wissen immer um überall zur Verfügung stellt, die Aufklärung abgeschlossen sei. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Nicht nur, dass der scheinbar ewig schwelende Nahost Konflikt nichts als ein altmodischer Glaubenskrieg ist, auch der Fanatismus ist zurück gekehrt. Ich meine da nicht die großen ideologischen Konflikte zwischen den Religionen. Ich meine den Hass, die Verachtung und die Selbstgefälligkeit, die man auf den sogenannten sozialen Medien erlebt. Aber auch in Blogs und sogar in der Presse werden diese Kleinkriege tüchtig angefeuert.

In allen gesellschaftliche und sozialen Bereichen verhärten sich die Fronten. Selbst Leute, die zuvor nie mit diesen Konflikte zu tun hatten, stehen plötzlich am Pranger. Es erinnert ein bisschen an Hexenverfolgung.

Der CCC, ein Club von Nerds und Geeks, muss sich unerwartet einer Gender Diskussion stellen - obwohl die meisten Mitglieder eigentlich ganz andere Probleme mit dem weiblichen Geschlecht haben. Angesichts der Dynamik dieses Streits fragt man sich, ob es wirklich gut ist, dass es so einfach ist im Internet zu publizieren. Ein Kollege meinte neulich zu mir, dass das Internet jetzt endgültige in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist - und leider genutzt wird, wie seinerzeit der CB-Funk.

Wo ist hierbei das Problem des Internets? Ist es seine Anonymität? In diesem Fall sage ich Ja, obwohl ich überhaupt kein Freund der Klarnamenplicht bin. Man muss dies Paradigma aber einfach nur umdrehen. Man sollte nicht dazu gezwungen werden, seine Position nur noch mit seinem Klarnamen publizieren zu dürfen. Man sollte sich eher angewöhnen Beschimpfungen und Verunglimpfungen, die aus der Deckung der Anonymität heraus gepostet werden, einfach nicht zu beachten.

Abgesehen davon finde ich die Hetz und Hass Portale im Internet widerlich. Egal ob Kreuz.net, Nazi-watchblog oder 'du bist Rassist' auf Facebook. Diese Seiten dienen nicht der Lösung der Probleme, sonder nur dem gestörten Ego der Betreiber(doehle.mathias@googlemail.com)